Benzodiazepine

Einleitung

  • Beim Thema Benzodiazepine scheiden sich die Geister unter Suchtfachleuten bezüglich dem Suchtpotential.
    • Suchtfachleute mit ärztlichem Hintergrund, die selber auch Benzodiazepine verschreiben können, sehen das nützliche Potential als Heilmittel und die geringe Toxizität (bei normaler Dosierung).
      • Benzodiazepine, wie auch die etwas beschönigend 'Nicht-Benzodiazepine' genannten '3 Z' (Zolpidem (Stilnox®), Zopiclon (Imovane®) und Zaleplon (Sonata®)), die aber auch am gleichen Rezeptor ansetzen und sich wie Benzodiazepine mit Flumazenil (Anexate®) antagonisieren lassen, sind eigentlich gute, sichere und sehr wirksame Medikamente.
      • Bei gegebener Indikation (Angst, Panik, akute situative Schlaflosigkeit, starke Anspannung oder Erregung) können sie problemlos bis zu einem Zeitraum von etwa 2 Wochen (gemäss Kompendium bei einigen Substanzen bis maximal 8 Wochen) gegeben werden.
    • Suchtfachleute ohne ärztlichen Hintergrund erleben vor allem die negativen Seiten, wie affektive Indifferenz, Stimmungsschwankungen oder Vergesslichkeit bei Menschen, die über längere Zeit Benzodiazepine (meist ohne Indikationsstellung und in zu hohen Dosen) einnehmen.
      Oft sind auch bei langdauernder Einnahme nicht alle Suchtkriterien vollständig erfüllt. Unbestritten ist aber, dass bei einem längeren oder wiederholten Gebrauch eine Gewöhnung entstehen kann. Beim Absetzen kommt es zu Entzugserscheinungen.
  • Benzodiazepinabhängige selber, vor allem im low-dose Bereich, fühlen sich nur selten abhängig; sie selber wie auch die behandelnden Ärzte beachten die Risikofaktoren für eine Abhängigkeitsentwicklung zu wenig. Es lohnt sich den Patienten anhand des typischen Phasenmodells der Abhängigkeitsentwicklung aufzuklären.
  • In der Diskussion über Benzodiazepine muss zwischen verschiedenen Patientengruppen unterschieden werden. Sie bedürfen verschiedener Behandlungsstrategien.


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