Darmregulantien (Laxantien)

  • Abführmittel machen zwar nicht süchtig im engeren Sinne, da sie nicht zentral wirksam sind, dennoch werden sie oft missbräuchlich gebraucht.
  • Ein Abführmittelmissbrauch (Laxantienabusus) liegt dann vor, wenn sie trotz fehlender Indikation z.B. einer Obstipation eingenommen werden bzw. wenn sie bei bestehender Indikation wissentlich in Überdosierung eingesetzt werden.
  • Laxantienabusus kann auf eine Ess-Störung hinweisen.
  • Im Gegensatz zu anderen Arzneimitteln kann der Missbrauch jedoch sehr leicht anhand der resultierenden Diarrhoe (Durchfall) und der ev. verschobenen Elektrolytwerte festgestellt werden.
  • Einteilung
    • Gleitmittel: rektale Entleerungshilfen, z. B. Docusat-Natrium, Paraffin
    • Füll- und Quellstoffe: z. B. Leinsamen, Weizenkleie, indischer Flohsamen. Es muß wegen der Quellwirkung der Substanzen genügend getrunken werden, ansonsten kann eine zähe Verkleisterung des Darminhalts mit Ileusgefahr die Folge sein.
    • Osmotische Laxantien: Sie sind nicht oder kaum resorbierbar und quellen unter Wasseraufnahme, so daß eine Vermehrung des Darminhalts und dadurch eine bessere Peristaltik erreicht wird.
      • Hierzu gehören:Salinische Abführmittel wie Magnesiumsulfat (Bittersalz), Natriumsulfat (Glaubersalz). Nebenwirkungen: manchmal Wasserverlust, Elektrolytentgleisungen
      • Zuckerderivate wie Mannit, Sorbit, Lactitol, Laktose, Laktulose. Nebenwirkungen: manchmal Flatulenz, Meteorismus, Bauchkrämpfe.
      • Makrogole (Polyethylenglycole). Nebenwirkungen: manchmal Darmrumoren oder Mißempfindungen im Abdomen.
    • Stimulantien: Sie wirken antiresorptiv und fördern den Flüssigkeitseinstrom ins Darmlumen. Hierzu gehören:
      • Rizinusöl: Das Triglyzerid selbst ist unwirksam; es wird im Dünndarm zu Rhizinolsäure abgebaut. Nebenwirkungen: bei drastischer Wirkung evtl. Kreislaufprobleme
      • Anthranoide wie Aloe, Sennesblätter, Faulbaumrinde. Nebenwirkungen: Bauchkrämpfe, Elektrolytstörungen, Melanosis coli, Gewöhnung
      • Bisacodyl: Es wird nach oraler Aufnahme zunächst resorbiert, dann durch die Leber metabolisiert und wieder in den Darm ausgeschieden. Die Wirkung setzt damit erst verzögert nach einigen (ca. 6-10) Stunden ein. Nach rektaler Applikation wirkt die Substanz rasch. Nebenwirkungen: manchmal abdominelle Mißempfindungen
      • Natrium-Picosulfat: Ähnliche Grundstruktur und Wirkung wie Bisacodyl. Wirkeintritt nach ca. 4-6 h. Nebenwirkungen: manchmal abdominelle Missempfindungen.


Impressum