Nikotin als Substanz

  • Im Tabakrauch lassen sich etwa 7000 Substanzen nachweisen, wovon sicher 90 erwiesenermassen Krebserregend sind:
    • Nikotin, das Hauptalkaloid der Tabakpflanze, ist verantwortlich für die suchterzeugende Wirkung und
    • Kohlenmonoxyd als Produkt der unvollständigen Verbrennung für die schädlichen Auswirkungen auf Herz und Kreislauf.
    • Teer (festere Bestandteile, die sich im Körper ablagern), sowie Reiz – und andere Gase, wirken direkt über die Lunge und die Mundschleimhaut.  
  • Der Rauch, der durch das Ziehen an der Zigarette entsteht, ist ein Gemisch aus verschiedenen Gasen, in dem 0,1 bis 1 mm grosse Teilchen (Partikel) gelöst sind; die Gase enthalten  Kohlenmonoxid, Stickstoff, Benzol, Blausäure, Cadmium, Polonium, Ammoniak u. viele andere.
  • Durchschnittlich beträgt die Nikotinaufnahme 1 – 3 mg/Zigarette. Nikton ist hochtoxisch, verursacht aber im Unterschied zu anderen Drogen keine Persönlichkeitsveränderung. Für Erwachsene kann schon eine orale Dosis von 50 mg tödlich sein, für Kinder und Jugendliche eine entsprechend wesentlich geringere Menge. Bereits eine geringe Menge von gerauchtem Nikotin kann bei Nichtgewöhnung zu einer Nikotinvergiftung führen, bei der Übelkeit, Brechreiz und Durchfall auftreten.
  • Nikotin überwindet leicht die Blut-Hirn-Schranke und erreicht bereits nach 6 bis 10 Sekunden das Gehirn. Die rasche Wirkung - so schnell wie bei keinem anderen Suchtmittel - erklärt das hohe Suchtpotential.
  • Zielstruktur von Nikotin sind nikotinerge Acetycholinrezeptoren; deren Aktivierung beeinflusst den Stoffwechsel vieler Neurotransmitter (Dopamin -> Belohnungsfunktion; Acetycholin und Noradrenalin -> Gedächtnis- und Leistungsfunktion) und endogene Opioide.
  • Nikotin hat ein bivalentes pharmakologisches Profil, je nach psychophysiologischer Ausgangslage:
    • aktivierend, stimulierend, stimmungsverbessernd und Konzentration, Aufmerksamkeit und Lernen verbessernd.  
    • oder entspannend und beruhigend.
  • Bei den organspezifischen Reaktionen von Nikotin sind Herz-Kreislauf-Wirkungen nachgewiesen, die zum Anstieg der Pulsfrequenz, des Blutdrucks, zur Kontraktion des Herzmuskels und zu einer Minderdurchblutung der Haut- und Koronargefässe führen.
  • Das Nikotin-Abbauprodukt Cotinin hat mit 20-30 Stunden eine deutlich längere Halbwertszeit und kann deshalb in Blut, Urin und Speichel noch mehrere Tage nachgewiesen werden.
  • Im Gegensatz zu Teer und anderen Schadstoffen in der Zigarette sammelt sich Nikotin im Körper nicht an.

Weitere Informationen im Flyer Fokus Tabak von Sucht Schweiz.

 

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