binge drinking/Rauschtrinken

  • Der Begriff Rauschtrinken oder binge drinking steht für den Konsum einer grossen Menge Alkohol in einem kurzen Zeitraum.
  • Wird auch als episodisch exzessiver Konsum, Saufen bis zum Umfallen, Komatrinken, Kampftrinken bezeichnet.
  • Unter Rauschtrinken wird nach international anerkannten Richtlinien ein Konsum von mindestens 4 Standardgetränken innerhalb weniger Stunden bei Frauen bzw. von mindestens deren 5 bei Männern verstanden, dies jeweils bei einer Gelegenheit und mindestens zweimal innert eines Monats.
  • In der Schweiz trinken über eine halbe Million Personen bei wiederkehrenden Gelegenheiten (episodisch) zu viel Alkohol, ein Teil davon tut dies sogar chronisch.
  • Rauschtrinken ist stärker verbreitet unter Männern; jedoch zunehmend auch unter Frauen.
  • Rauschtrinken ist mit einer Vielzahl von gesundheitlichen und sozialen Negativfolgen verknüpft wie Vergiftungssymptomen, Konzentrationsstörungen, Aggressionen und Gewaltakten, Risikoverhalten (ungeschützter Geschlechtsverkehr, zusätzlicher Konsum psychoaktiver Substanzen, Strassenverkehr) oder suizidalen Handlungen. In der Schweiz werden täglich 6 junge Menschen (bis 23 Jahre alt) aufgrund von Alkoholproblemen in ein Spital eingeliefert.
  • Bei Rauschtrinken ist zudem die Morbidität und Mortalität erhöht (z.B. durch Verkehrsunfälle oder akute kardiovaskuläre Erkrankungen).

Interventionen bei problematischem Alkoholkonsum

  • Bei Notfalleinweisungen von Jugendlichen/Minderjährigen wegen Intoxikationen sollte der Kontakt zu den Eltern aufgenommen und eine Beratung durch die Suchtfachstelle oder Jugendberatungsstelle vermittelt werden.
  • Die Wirksamkeit von Kurzinterventionen bei problematischem Alkoholkonsum ist mehrfach belegt. Sie basieren in der Regel auf der Motivierenden Gesprächsführung.
  • Empfehlung von Online-Selbsttests (diese basieren i.d.R. auf dem AUDIT, geben umgehend eine Rückmeldung zum persönlichen Konsum, Informationen und eine Empfehlung, ob der Alkoholkonsum reduziert werden sollte).
  • Empfehlung von Selbsthilfeprogrammen (siehe unten).
  • Angebote im Internet können dazu beitragen, dass die Schwelle, Hilfe in Anspruch zu nehmen, gesenkt wird. Die i.d.R. personalisierten Rückmeldungen zum eigenen Alkoholkonsum werden als weniger konfrontierend erlebt.
  • Bei Akzeptanz des Patienten sind zudem folgende Interventionen möglich:
    • einfache Beratung über mögliche Folgeschäden und Grenzwerte im Sinne einer Alkoholedukation
    • Informationsbroschüren aushändigen, z.B. Alkohol und Gesundheit
    • Bestimmung der Laborparameter (γ-GT, MCV, MCH, CDT) zur Verlaufskontrolle, vgl. Biologische Marker

Auswahl Selbsttests, Selbsthilfeprogramme und Literatur