Fallstricke bei der Früherkennung von Alkoholproblemen

Sensibilisierung

Der Früherkennung und Frühintervention des problematischen Alkoholkonsums die nötige Bedeutung beimessen und eine eigene Zielsetzung verfolgen.

Alkoholkonsum ansprechen

Den richtigen Zeitpunkt wählen, um das Thema Alkoholkonsum anzusprechen, z.B.:

  • bei einer Routinekontrolle;
  • bei gesundheitlichen Beschwerden, welche durch einen problematischen Alkoholkonsum (mit-)verursacht sein können;
  • im Zusammenhang mit den Lebensgewohnheiten; etc.

Gesprächseröffnung

Beim Ansprechen auf den Alkoholkonsum ist es von zentraler Bedeutung, wie und mit welcher Haltung das Gespräch eröffnet wird (siehe dazu auch unter Motivierende Gesprächsführung). Z.B.: „Darf ich Ihnen einige /drei Fragen zum Alkoholkonsum stellen?“ Wird die Frage negativ beantwortet, ist dies zu akzeptieren. Wichtig ist, zu zeigen, dass eine Bereitschaft besteht, über das Thema Alkohol zu sprechen, falls der Patient dies wünscht. Patienten begrüssen es in der Regel, auf ihren Alkoholkonsum angesprochen zu werden, insbesondere wenn dies mit deren Wohlbefinden und Gesundheit begründet wird. Entscheidend ist ebenfalls eine gute Arzt-Patient-Beziehung.

Evaluation Alkoholkonsum

Um festzustellen, ob ein problematischer Alkoholkonsum vorliegt, sind insbesondere die ersten 3 AUDIT-Fragen geeignet. Dem Patient kann auch ein Fragebogen abgegeben werden mit der Möglichkeit, diesen bis zur nächsten Konsultation auszufüllen und zu besprechen. Er kann auch auf Online-Selbsttest hingewiesen werden.

Informationen über Alkoholkonsum

  • Liegt ein problematischer Konsum vor, gilt es den Patient sachlich darüber zu informieren.
  • Informieren bedeutet nicht urteilen; moralisierende Informationen sind zu vermeiden.
  • Vor dem Informieren sollten die Wahrnehmung und die Kenntnisse des Patienten getestet werden:
    • "Was halten Sie von Ihrem Konsum?"
    • "Wissen Sie, was als risikoarmer Konsum betrachtet wird?"
    • "Wie viel ist für Sie zu viel?"
  • Es ist wichtig, dem Patienten die Möglichkeit zu geben, seinen eigenen Konsum zu hinterfragen, seinen persönlichen Fragen zuzuhören und sie zu beantworten.
  • Die Information kann durch das Abgeben einer Broschüre unterstützt werden.

Klärung der Motivation zur Veränderung

Vor einer Intervention gilt es, gemäss dem Transtheoretischen Modell, die Motivation für eine Verhaltensänderung zu klären und die Intervention entsprechend daran auszurichten.

 

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