Schädlicher Gebrauch nach ICD-10

  • Die ICD-10 kennt den Begriff Alkoholmissbrauch ("Abusus") nicht mehr; er ist, ausgehend von dem englischen Begriff „harmful use“ durch „schädlicher Gebrauch“ ersetzt worden. (Im DSM-IV ist von Alkoholmissbrauch die Rede, wobei hier die sozialen Folgen des Alkoholkonsums in den Vordergrund gerückt werden.)
  • Die Diagnose nach ICD-10 ist gerechtfertigt,
    • wenn das Konsummuster zu einer Gesundheitsschädigung führt.
    • Dies kann eine körperliche oder eine psychische Störung sein (z.B. eine depressive Episode nach massivem Alkoholkonsum).
    • Eine eigentliche Alkoholabhängigkeit muss ausgeschlossen werden.
  • Diagnostische Hinweise:
    • "Filmrisse" (blackouts)
    • chronische Bauchschmerzen
    • Leberfunktionsstörungen
    • Schlafstörungen
    • sexuelle Funktionsstörungen
    • depressive Verstimmungen
  • Für eine möglichst adäquate Früherkennung und –intervention werden Kurzinterventionen empfohlen. Hinzu kommen
    • einfache Beratung über mögliche Folgeschäden und Grenzwerte im Sinne einer Alkoholedukation
    • Informationsbroschüren aushändigen, z.B. Alkohol und Gesundheit
    • Bestimmung der Laborparameter (γ-GT, MCV, MCH, CDT) zur Verlaufskontrolle, vgl. Biologische Marker