"Legal Highs" und "Research Chemicals"

  • Legal Highs und Research Chemicals (früher „Smart Drugs“) sind neue synthetische Substanzen mit psychoaktiven Wirkungen, die denen von bekannten illegalen Drogen ähneln. Ursprünglich häufig im Rahmen der Pharmaforschung oder als chemische Variationen bekannter Wirksubstanzen entwickelt, sind sie in der Regel noch nicht dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt. Nachdem diese psychoaktiven Substanzen zunehmend gesetzlich verboten werden, weichen die Produzenten immer wieder auf neue Abwandlungen der Molekülstrukturen aus, so dass den Verboten immer wieder neu designte Substanzen folgen.
  • Research Chemicals werden als „Neue Psychoaktive Substanzen“ bezeichnet (NPS)
  • NPS, Legal Highs und Research Chemicals werden vor allem in Internetshops angeboten. Durch die Reichweite des Internets und durch gezielte Verschleierung wurden neue Produktklassen teilweise mit Phantasienamen (als „Badesalze“ getarnte Substanzen, „Reinsubstanzen zu Forschungszwecken“, „Kräutermischungen“, "Räuchermischungen") auf dem Markt etabliert.
  • Damit einhergehend berichten seit einigen Jahren europäische Behörden von einer deutlichen Zunahme neuer psychoaktiver Substanzen. Meldungen aus den europäischen Nachbarländern zu Risiken und Gefahren von Legal Highs und Research Chemicals beschäftigen Fachleute, Behörden und Medien. Für die Schweiz liegen nur wenige Daten zur Verbreitung des Designer Drogen-Konsums in der Bevölkerung vor. Befragungen in Subgruppen (Partysetting, Drug Checking) zeigen, dass es sich auch bei sogenannten Risikogruppen vermutlich um ein wenig verbreitetes Phänomen handelt.
  • Die unterschiedlichsten "Research Chemicals" (auch RC's genannt) imitieren die Wirkung bereits bekannter Rauschmittel. So wirkt z.B. Mephedron (ein Cathinon-Derivat) als Stimulanz, JWH und CP Verbindungen sind künstliche Cannabinoide, MDAI wirkt als entaktogene Substanz oder Methoxetamine wirken ähnlich wie sedierende Stoffe. Auf dem Schwarzmarkt werden RC's teilweise auch als Ecstasy, Amphetamin oder Ketamin verkauft.
  • Die Risiken der Research Chemicals sind, abhängig von Substanz(-gruppe), Dosis und Einnahmeform sind meistens bei der Markteinführung noch unbekannt und unkalkulierbar, weshalb vom Konsum dieser Produkte abgeraten wird.
  • Langzeitrisiken: Da RC’s kaum erforscht sind, gibt es zu den Langzeitrisiken keine (verlässlichen) Angaben. Als potentielle Langzeitrisiken können dieselben Veränderungen wie bei bekannten Substanzen benannt werden.
  • CAVE: Auch wenn Research Chemicals/Legal Highs legal verkauft werden, sind diese nicht ungefährlicher als illegale Substanzen. Es sind auch Fälle von Falschdeklaration (Produkt enthält andere Substanz/-en als angegeben) bekannt.
  • Mit dem seit 1. Juli 2011 revidierten Betäubungsmittelgesetz können mit dem Verzeichnis «e» nun bestimmte Substanzen gesetzlich verboten werden, die keinen sichtlichen medizinischen Nutzen aufweisen.
  • Wirkungen: (Da es sich um unterschiedliche chemische Substanzen handelt, ist ein breites Spektrum an Wirkungen möglich! Die Wirkungs(-intensivität) ist immer abhängig von der zu sich genommen Dosis!)
    • je nach Substanz von stimulierend, sedierend, entaktogen bis hin zu halluzinogen möglich
    • leichte bis starke Euphorie
    • erhöhte körperliche Leistungsfähigkeit
    • verstärktes Kontaktbedürfnis
    • reduziertes Hunger‐ und Durstgefühl 
    • verändertes Körpergefühl, sowie veränderte Sinneswahrnehmung
  • Nebenwirkungen: (Da es sich um unterschiedliche chemische Substanzen handelt, ist ein breites Spektrum an Nebenwirkungen möglich! Das Auftreten von Nebenwirkungen bzw. dessen Ausprägung ist immer entscheidend von der zu sich genommen Dosis!)
    • Kieferkrämpfe
    • erweiterte Pupillen
    • extreme Unruhe
    • Nervosität
    • Kopfschmerzen
    • Durchblutungsstörungen und Kältegefühl
    • starkes "Down beim Herunterkommen"
    • Schlaflosigkeit
    • Herzrasen
    • Erhöhung des Blutdrucks
    • Anstieg der Körpertemperatur
    • unangenehmer Körpergeruch
    • starkes Craving
  • Wirkungseintritt und -dauer: Je nach Substanz variiert der Wirkeintritt zwischen 5-120 Min., die Wirkdauer variiert, je nach Substanz, von 20 Min. bis zu mehreren Stunden.
  • Verkaufsformen: Es gibt keine typische Form; meistens Pulver oder Pille.
  • Einnahmeformen: geschnupft oder geschluckt, selten geraucht und sehr selten injiziert.
  • Dosierung: Konsumenten variieren diese je nach Informationen zur Substanz, der Konsumform und dem vermutetem Reinheitsgehalt.
  • Safer Use Regeln

 

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