Nachweisbarkeit Designerdrogen

Substanz

Urin

Blut

Amphetamine

Methamphetamin

Designeramphetamine

2 Tage

2 Tage

2 Tage

1 Tag

1 Tag

1 Tag

  • Die Ergebnisse von Drogenscreenings und deren Interpretation benötigen Fachwissen! So können z.B. Kreuzreaktionen (artfremde, aber strukturähnliche Substanzen, die ein "falsch" positives Ergebnis hervorbringen), Trinkmengen (Verdünnung des Urins durch Aufnahme von Wasser (Kreatininwert beachten!), unterschiedliche Halbwertszeiten der Substanzen, Konsummengen und -frequenz, pH-Wert des Urins und Intervall zur letzten Konsumeinheit das Ergebnis des Tests massgeblich beeinflussen.
  • Es werden heute Teststreifen hergestellt, die zum Nachweis von psychoaktiven Substanzen sowohl in Körperflüssigkeiten (Speichel, Schweiss, Urin, Blut) als auch auf Oberflächen herangezogen werden können.
  • Bei der Überprüfung der Abstinenz steht primär die Frage im Vordergrund, ob weiterhin ein Konsum von psychotropen Substanzen besteht. Urinproben ermöglichen Aussagen über ein kurz- bis mittelfristiges Zeitfenster. Um Aussagen über ein längerfristiges Zeitfenster zu erhalten, werden Haaranalysen durchgeführt.
  • Genügt es die Urinproben auf fraglichen Substanzkonsum zu untersuchen, wird primär ein immunologischer Suchtest durchgeführt. Fällt dieser positiv aus und wird der Konsum bestritten, muss im Urin die Bestätigungsanalyse erfolgen (Urinprobe asservieren).

WICHTIG: Angegebene Zeitintervalle sind als‚“grober“ Richtwert zu verstehen und können aus verschiedensten Gründen schwanken!

  • SPEICHEL:
    • Speicheltest sind einfach durchführbar, in dem ein Abstrich entnommen wird. Verschiedene Substanzen lassen sich innerhalb einer Reaktionszeit von 3 bis 5 Minuten nachweisen. Das erfasste Zeitfenster ist kurz. Mittels einer immunologischen Reaktion können Amphetamine (incl. Designerdrogen), aber auch andere psychotrope Substanzen, wie Kokain, THC, Opiate, Opioide und Benzodiazepine nachgewiesen werden. Im Speicheltest sind nicht alle Substanzen gleich gut nachweisbar. So werden Amphetamine im Speichel gut erfasst, Cannabis und Benzodiazepine sind hingegen schlecht messbar. Zur Kontrolle der Abstinenz eignen sich Speicheltests nicht, da das Zeitfenster für den Erfassungszeitraum zu eng ist.
  • BLUT:
    • Amphetamin: Nachweiszeit ca. 8-30 Stunden
    • MDMA, MDA, MDE/MDEA: Nachweiszeit ca. 24 Stunden
    • GHB/GBL: Nachweiszeit bis ca. 6-8 Stunden (Spezifische Analyse)
    • Kokain: bis 24 Stunden (Abbauprodukte bis 2 Tage)
    • LSD: bis zu 12 Stunden nachweisbar (Spezifische Analyse)
    • Cannabis: bis zu 12 Stunden, bei regelmässigem Konsum bis zu 3 Wochen oder auch mehr nachweisbar
    • Opiate/Opioide siehe im Kapitel Heroin
  • URIN:
    • Je nach ph-Wert kann Amphetamin und Methamphetamin zwischen 1-4 Tage nachgewiesen werden. Man beachte: Bei alkalischem Urin (ph > 7) ist die Amphetamin-Ausscheidung verlangsamt, bei saurem Urin beschleunigt. Für beide Substanzen liegen "Urinschnelltests" vor.
    • Für MDMA, MDA, MDE/MDEA sind Urinschnelltests vorhanden. Nachweisbarkeit ph-abhängig zwischen 1-4 Tagen.
    • GHB/GBL-Nachweis: bis zu ca. 12 Stunden (Der Nachweis muss über ein spezialisiertes Labor erfolgen, da KEIN Urinschnelltest verfügbar ist!)
    • Ketamin: im Urin 2–4 Tage nachweisbar (Der Nachweis muss über ein spezialisiertes Labor erfolgen, da KEIN Urinschnelltest verfügbar ist!)
    • LSD: im Urin zwischen 1-3 Tage nachweisbar
    • Cannabis: bis zu 30 Tagen, bei regelmässigem Konsum bis zu 3 Monaten nachweisbar! Cannabispassivrauch führt nicht zu einer positiven Urinkontrolle (Ausnahme extreme Exposition im Auto/kleiner Raum).
    • Kokain: 2-4 Tage
    • Opiate/Methadon siehe im Kapitel Heroin
  • HAAR:
    • Vorteile der Haaranalyse sind das grosse zeitliche Erfassungsfenster und eine sichere Überprüfung einer Abstinenz im Vergleich zu Urinproben. Positiv für den Betreffenden ist das Entfallen der kurzfristigen Aufgebote zur Urinkontrolle. Der scheinbar hohe Preis der Haaranalyse relativiert sich im Vergleich zu den notwendigen engmaschigen Urinkontrollen auf die üblichen Drogengrupppen, um ein vergleichbares Ergebnis zu erzielen.
    • Mit einer Haaranalyse lassen sich routinemässig eine breite Palette an Substanzen nachweisen: so z.B. Opiate einschliesslich Codein und Dihydrocodein, Opioide, Kokain, Amphetamine (inkl. Methamphetamin), MDMA, MDEA und MDA. Bei Bedarf kann auch eine Analyse auf GHB erfolgen.
    • Faustregel: Haarwachstum etwa 1 cm/Monat (0.8-1.4cm); benötigt werden in der Regel Haare in der Länge von5 cm, um eine Aussage für die letzten 6 Monate machen zu können.
    • Der Nachweis von Cannabis im Haar birgt ein Problem: Cannabinoide (THC) können im Haar zwar gut erfasst werden, es kann aber keine Aussage gemacht werden, ob das Cannabis konsumiert wurde, oder ob ein Kontakt mit Cannabisrauch stattgefunden hat. Dies kann nur mittels einer weiteren speziellen Untersuchung auf THC-Carbonsäure geprüft werden, da dieses Abbauprodukt von THC eine Körperpassage beweist. Allerdings ist für die Untersuchung eine getrennte, aufwendige Aufarbeitung und Messung notwendig und steht (noch) nicht als Routineverfahren zur Verfügung.
    • Medikamente: Im Rahmen der Haaranalyse können auch gängige suchterzeugende zentralwirksame Medikamente (Benzodiazepine / „Z-Substanzen“) und bei Bedarf auch Antidepressiva oder Neuroleptika geprüft werden.
    • Für LSD gibt es bisher noch keine zuverlässige Routinemethode. Das liegt unter anderem daran, dass dieser Wirkstoff nur in einer kleinen Menge von 20-100 Mikrogramm aufgenommen wird.
  • WEITERE ANMERKUNGEN ZU NACHWEISMETHODEN
    • GHB kann zurzeit nur mittels chromatographischen Verfahren in spezialisierten Labors nachgewiesen werden.
    • Zum Nachweis von Poppers sind zurzeit keine immunologischen Bestimmungen möglich.
 

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