Behandlungsvereinbarung

Auszug aus der Vereinbarung zur Substitutionsgestützten Behandlung

>>>Behandlungsvereinbarung.pdf

  1. Das Substitutionsmedikament muss anfänglich täglich unter Sicht in der Abgabestelle (Arztpraxis, Apotheke oder andere damit beauftragte Institution) eingenommen werden. Methadon wird flüssig oder in Form von Tabletten abgegeben. Levomethadon gibt es nur in flüssiger Form. Buprenorphin muss im Mund aufgelöst, darf nicht geschluckt werden. Für Tage, an denen die Abgabestelle geschlossen ist (Wochenende, Feiertage), erhält der Patient das Substitutionsmedikament mit nach Hause. Eine Mitgabe des Substitutionsmedikaments über mehrere Tage ist bei einem günstigen Verlauf der Substitutionsbehandlung und gutem Vertrauensverhältnis zur Patientin / zum Patienten möglich.

  2. Verlorene oder verschüttete Medikationsdosen werden nicht ersetzt.

  3. Urinproben werden auf Wunsch der Patientin / des Patienten oder durch Vorgaben Dritter durchgeführt.

  4. Die Einnahme zusätzlicher Medikamente darf nur in Absprache mit dem behandelndem Arzt erfolgen. Der Patient verpflichtet sich, anderenorts keine Medikamente zu beschaffen.

  5. Ferienaufenthalte in der Schweiz sind möglich, sofern am Aufenthaltsort eine kontrollierte Substitutionsmittelabgabe organisiert werden kann oder eine Mitgabe des Substitutionsmedikaments vertretbar ist. Frühzeitig vor Ferienbeginn ist eine Kontaktaufnahme der Patientin / des Patienten mit dem behandelnden Arzt zur Vorbereitung der Abgabe am Ferienort erforderlich. Bei Ferien im Ausland ist der behandelnde Arzt mindestens 4 Wochen im vor Ferienantritt hinsichtlich des weiteren Vorgehens zu kontaktieren. Die frühzeitige Kontaktnahme mit der diplomatischen Vertretung des Reiselandes wird empfohlen und ist Sache des Patienten. Informationen zum Thema Substitution und Auslandreisen sind auf der Internetseite des Schweizerischen Heilmittelinstituts SwissmedicSwissmedic erhältlich (siehe auch SGB und Reisen). Eine Ausfuhrbewilligung muss bei der dem behandelnden Arzt eingeholt werden.

  6. Bei einer Abhängigkeitsproblematik geht der Gesetzgeber davon aus, dass keine Fahrtauglichkeit besteht und verbietet somit das Führen von Motorfahrzeugen. Beim Beginn einer Substitutionsbehandlung ist deshalb der Führerausweis beim Strassenverkehrsamt zu deponieren. Nach frühestens 6 Monaten und einem günstigen Verlauf der Substitutionsbehandlung (erwiesenermassen kein Beikonsum von anderen psychotropen Substanzen, auch nicht von Cannabis und Alkohol) kann das Strassenverkehrsamt unter Auflagen das Führen eines Motorfahrzeugs wieder erlauben. Es ist Sache der Patientin / des Patienten, sich um das Wiedererlangen bzw. um den Erhalt des Führerausweises zu bemühen.

  7. Bei Nichteinhalten der Ziff. 1 bis 6 dieser Vereinbarung ist die Weiterführung der Substitutionsbehandlung zusammen mit der Patientin / dem Patienten zu überprüfen.

  8. Der Patient entbindet den Arzt und den Suchtberater von der Schweigepflicht.

  9. Diese Vereinbarung kann jederzeit von den Vertragsparteien aufgehoben werden.

  10. Mit dem Patienten ist die Checkliste (Information für den Patienten (informed consent) Methadon / LevomethadonBuprenorphin / SROM) besprochen worden.

  11. Ein Standortgespräch mit allen Beteiligten soll regelmässig durchgeführt werden. Dabei sollen die anfänglich formulierten Ziele und der bisherige Behandlungsverlauf überprüft und allenfalls angepasst werden.

Sollte Ihr Kanton vorgegebene Behandlungsvereinbarungen festgelegt haben, finden Sie diese unter Kantonale Verordnungen.