Buprenorphin (Subutex®, Buprenorphin mepha®)

Pharmakokinetik

  • Sublinguale Gabe mit schneller Resorption (ausgeprägter First-Pass-Effekt, daher nach Schlucken kaum bioverfügbar und geringe Intoxikationsgefahr).
  • Nach 3-5 Minuten lösen sich die Tabletten unter der Zunge auf (um die Wirkung der Tabletten vollständig zu ermöglichen, während 5 Minuten nicht schlucken).
  • sublinguale Bioverfügbarkeit = 31-52%
  • Zeitdauer bis zum Erreichen einer klinischen Wirkung ca. 30 (-60) Minuten
  • Zeitdauer bis zum Erreichen maximaler Plasmaspiegel ca. 90-150 Minuten
  • Zeitdauer bis zum Erreichen der maximalen klinischen Wirkung ca. 1-4 Stunden
  • Schnelle Resorption aus dem Plasma und Umverteilung in verschiedene Gewebe (z.B. Fettgewebe).
  • Aus den verschiedenen Geweben erfolgt zeitverschoben eine langsame Rückum-verteilung, die für konstante Buprenorphin-Plasmaspiegel sorgt („Depot-Effekt“).
  • Wirksame Plasmaspiegel: zwischen 0,7 und 12 ng/ml; dosisabhängige Wirkdauer
  • Steady state: ca. nach 5-8 Tagen; keine nennenswerten Tagesschwankungen bei regelmässiger Einnahme.
  • Die Metabolisierung erfolgt mehrheitlich über Cytochrom P450 3A4. Da auch andere Enzyme am Abbau des Buprenorphin beteiligt sind (CYP 2C8), ist der Abbaumetabolismus von Buprenorphin und seiner Metaboliten relativ unempfindlich bezüglich Interaktionen.
  • Eliminationshalbwertszeit: 20-25/37Stunden. Die Elimination erfolgt überwiegend hepatisch durch Glukuronidierung und N-Dealkylierung.
  • Die Ausscheidung erfolgt zu 70-80% über die Faeces, der Rest, 20-30%, renal.

Wirkmechanismus

  • Buprenorphin ist ein partieller Agonist am mü-Opioid-Rezeptor (Vermittlung von Effekten wie Euphorie, Analgesie, Atemdepression und Abhängigkeit) und ein Antagonist am kappa–Rezeptor (Vermittlung von Effekten wie Dysphorie und Sedierung).
  • Im Vergleich zu Methadon und Heroin zeigt Buprenorphin aufgrund seiner speziellen Eigenschaften an den Opioid-Rezeptoren damit wichtige Unterschiede:
    • Buprenorphin hat eine höhere Rezeptoraffinität (Heroin und Methadon werden verdrängt) und
    • eine mittelgradige intrinsische agonistische Aktivität mit nur partieller Stimulation der mü-Opioid-Rezeptoren (hohe Dosen an Buprenorphin führen zu einer leichteren, weniger euphorisierenden und schwächer sedierenden zentralnervösen Wirkung als hohe Äquivalenzdosen anderer Opioide, wie z.B. Heroin, Methadon).
    • Ceiling Effect: Es besteht keine lineare Dosis-Wirkungsbeziehung. Bei ansteigender Dosierung kommt es zum Erreichen eines Wirkplateaus.
    • Buprenorphin kann in Kombination mit anderen zentral dämpfenden Substanzen zu einem limitierten atemdepressiven Effekt beitragen.
    • Buprenorphin zeigt eine lange Rezeptorhalbwertszeit mit langsamer Rezeptordissoziation und eine geringere Rezeptor-down-Regulation.

 


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