Höheres Lebensalter und Konsum von psychotropen Substanzen

  • Die Problematik bezüglich älter gewordener Substanzabhängiger und insbesondere Konsumenten von harten und illegalen Drogen wird voraussichtlich noch weiter zunehmen.
  • Die Schaffung niederschwelliger Angebote zur Überlebenshilfe, harm reduction, die Einführung von Substitutionsprogrammen und die Therapien im Bereich HIV- und Hepatitis-C-Infektionen halfen vielen drogenabhängigen Menschen, unter schwierigsten Bedingungen am Leben zu bleiben und nun allmählich das Seniorenalter zu erreichen.
  • Drogenabhängige Menschen altern zudem schneller; der Gesundheitszustand eines 50 jährigen Drogenabhängigen entspricht oft demjenigen eines 70 jährigen nichtdrogenabhängigen Menschen.
  • Ältere Drogenabhängige leiden auch an Zivilisationserkrankungen wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes, hinzukommen die Komplikationen der Drogenerkrankung und oftmals jahrzehntelanger gesundheitsschädigender Lebensgewohnheiten. Dies führt wie auch bei der sogenannten Normalbevölkerung zu einer Polypharmazie. Erschwerend bei Patienten in einer SGB können zahlreiche Interaktionen im Zusammenhang mit dem Substitutionsmedikament sein, insbesondere wenn der Abbau über das Cytochrom P450 3A4 erfolgt wie bei Methadon und Levomethadon.
  • Häufig kommen Probleme im kognitiven Bereich erschwerend dazu, womit sich vorbestehende psychiatrische Komorbiditäten akzentuieren.
  • Es liegt auf der Hand, dass ihr Hilfe- und Pflegebedarf viel früher einsetzt als in der Durchschnittsbevölkerung.
  • Betrachtet man das bestehende Angebot in der Schweiz, so ist davon auszugehen, dass die Aufnahme von Drogenabhängigen in ein normales Altersheim die Mitarbeiter vor neue Herausforderungen stellt. Das will bedacht sein, wenn man Drogenabhängige in bestehende Netzwerke für hilfebedürftige Alte und Kranke eingliedert.
  • Gezielte Massnahmen mit adäquaten Pflegeeinrichtungen, Pflegeprogrammen und Schulung der Mitarbeiter werden notwendig sein, will man das 4-Säulen-Prinzip der Schweizer Suchtpolitik umsetzen.
  • Auch für die Grundversorger ergeben sich neue Herausforderungen und ein Fortbildungsbedarf.
  • Weitere Informationen zum Thema „Sucht im Alter“ finden Sie auf Infoset.

 

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