Langzeit-Substitution

Voraussetzungen

Ziel des Programms

  • Häufig ist der Patient erst nach einer ersten Stabilisierung in der Lage, Ziele zu formulieren, z.B.:
    • Ist-Zustand halten
    • Ausbildung abschliessen
    • Berufliche Reintegration
    • Klärung sozialer Fragen (Familie, Beziehungen, Beruf, Schulden)
    • Leben in Selbständigkeit
    • Abklärung und Behandlung somatischer Leiden
    • Abklärung und Behandlung psychischer Störungen
    • Neue Ziele sollen in der Behandlungsvereinbarung festgehalten werden.

Finden der individuellen Methadon Dosis

Finden der individuellen Levomethadon-Dosis

  • Die übliche Erhaltungsdosis liegt bei 30-40 mg pro Tag, wobei auch niedrigere Dosierungen ausreichend bzw. hohe Dosen über 60 mg einmal täglich nötig sein können. Anhaltspunkte hierfür sind subjektive und objektive Entzugssymptome bzw. Aussagen des Patienten bezüglich Wohlbefinden und Stabilität.
  • Bei niedrigen Dosen kann die Gefahr bestehen, dass der Beikonsum von Heroin und/oder anderer psychotroper Substanzen ansteigt.
  • Bei anhaltendem Beikonsum ist die Überprüfung der korrekten Einnahme sowie der Höhe der aktuellen Dosierung angezeigt. Zudem sollte überdacht werden, ob die aktuelle Behandlung weiterhin sinnvoll und geeignet ist.

Finden der individuellen Buprenorphindosis

Finden der individuellen SROM Dosis

Abgabe des Substitutionsmittels

  • Bei Abgabe in der Praxis:
  • Bei Abgabe in der Apotheke:
    • Abgabe Apotheke festlegen
    • Apotheke orientieren
      • Rezept schreiben (Rezeptur Methadon)
      • Gültigkeit des Rezeptes zeitlich begrenzen
      • nächsten Termin vor Ablauf des Rezeptes beim Arzt festlegen
      • neues Rezept erst nach Gespräch am abgemachten Termin schreiben

Information an den Patienten

  • Den Patienten darauf aufmerksam machen, dass er bei Spitalaufenthalten oder Konsultationen bei anderen Ärzten wegen allfälliger Interaktionen den Konsum von Methadon angeben muss. Siehe auch Infoblatt an den Patienten:

Beziehungsarbeit

  • Die lange Dauer einer Substitutionsbehandlung erlaubt es dem Hausarzt, mit dem Patienten eine tragfähige Beziehung aufzubauen und ihn durch gute und schlechte Zeiten geduldig zu begleiten. Der Hausarzt kann mit zunehmender Berufserfahrung die Balance zwischen Konsequenz und Humanität finden. Siehe auch "Empfehlungen zum Beratungssetting in Substitutionsbehandlungen".
  • Zur Beziehungsarbeit gehört auch die Berücksichtigung spezifischer Aspekte wie z.B. Gender, Migrationshintergrund, etc., welche die Behandlung beeinflussen können, vgl. Interkulturalität.

Typische Ereignisse während eines Langzeitprogrammes

Beendigung einer SGB

 

Impressum

 

- Im Verlaufe der Behandlung soll ein eventueller Beikonsum anderer Substanzen thematisiert werden. Selbstangaben der Patienten sind in der Regel genügend zuverlässig, wenn auf Grund des Beikonsums keine Sanktionen drohen

- Systematische Urinproben bringen nur geringe zusätzliche Erkenntnisse und sind deshalb als Routineuntersuchung nicht empfehlenswert