Kontraindikationen für Methadon

  • Als absolute Kontraindikationen für Methadon gelten allergische Reaktionen auf die Wirksubstanz oder die im Präparat enthaltenen Zusatzstoffe sowie
    • ausgeprägte chronisch respiratorische Insuffizienz
    • akutes Abdomen
    • erhöhter Hirndruck
    • akute hepatische Porphyrie
    • gleichzeitige Einnahme von MAO‐Hemmern (Wirkungsverstärkung; allerdings ist die Gefahr mit den in der Schweiz noch registrierten MAO-Hemmern mit Ausnahme von Selegilin, einem als Antiparkinsonmittel verwendeten MAO‐B‐Hemmer, gering)
  • Vorsicht ist zudem geboten bei:
    • schwerer Leberinsuffizienz: Da Methadon in der Leber abgebaut wird, besteht die Gefahr der Kumulation. Hinweise: Aszites; Labor: Albumin, Quick/INR. Dosisanpassung notwendig.
    • Bei schwerer Lungenerkrankung: Gefahr der Ateminsuffizienz bei höheren Dosen. Alternative: Umstellung auf SROM
    • Bei vorbestehender Kardiopathie: Gefahr von Kammertachykardien („torsades de pointes“).
    • Bei vorbestehender kardialer Erkrankung, Bradykardie, Elektrolytstörungen nach anhaltendem Erbrechen und Durchfall so wie unter Diuretika und Antidepressiva empfiehlt sich ein EKG durchzuführen, um eine verlängerte Q-T-Zeit auszuschließen (vgl. Minimallabor / EKG). Bei QTc Verlängerung evtl. Umstellung auf SROM oder Buprenorphin.
      • Erfahrungsgemäss haben Patienten mit einer Methadondosis unter 120 mg/l oder einem Methadonblutspiegel unter 800 ng/ml ein geringes Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen.
      • Der Patient muss zudem informiert werden, dass bei Auftreten von Symptomen wie Synkopen, Schwindel oder Herzklopfen der Arzt aufgesucht werden sollte.

  

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