Alkohol und Fruchtbarkeit

Einfluss von Alkoholkonsum auf die Fruchtbarkeit

Bei Frauen

  • Alkohol beeinflusst den Östrogenhaushalt und andere Hormone, die für die Fruchtbarkeit eine Rolle spielen
  • Die Menstruationszyklen verlängern sich oder erfolgen ohne Ovulation
  • Eine Verringerung der Fruchtbarkeit ist ab einem Konsum von 3 bis 5 Standarddrinks pro Woche möglich

Bei Männern

  • Die Fruchtbarkeit sinkt ab 5 Standarddrinks Alkohol in der Woche (Abnahme der Qualität und der Quantität der Spermien)
  • Ab 25 Standarddrinks pro Woche verstärken sich die negativen Auswirkungen deutlich
  • Alkohol beeinflusst die Spiegel von Testosteron und SHBG (Sexualhormon bindendes Globulin)

Einfluss von Alkohol auf die Empfängnis

  • Es gibt einen kausalen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und der Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis; schon ein Konsum von 5 Standarddrinks pro Woche verringert diese signifikant
  • Dieser Zusammenhang besteht auch im Hinblick auf das erhöhte Risiko einer Fehlgeburt
  • Frauen, welche schwanger werden möchten, wird empfohlen keinen Alkohol zu trinken

 

Impressum

Weitere Infos und Materialien

Nützliche Websites, Factsheets etc. für Ärzte

Broschüren für Schwangere und Angehörige

 

Impressum

 

Therapeutische Angebote bei FASD

Bei Verdacht auf FAS oder FASD

Für die Kinder

  • Fachstellen für Heilpädagogik, NeuropädiaterInnen in Spitälern oder Privatpraxen, psychiatrische Abteilungen mit Spezialisierung für kognitive Entwicklung wie z.B. Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienste

Für junge Erwachsene

  • Medizinisch-psychologische Beratungen für junge Erwachsene, psychiatrische Abteilungen mit Spezialisierungen für junge Erwachsene oder für Emotionsregulationsproblematiken oder weitere Symptome

Für Erwachsene

  • Psychiatrische Abteilungen mit Spezialisierungen je nach Symptomen

Zusätzliche Infos

 

Impressum

Risiken beim Stillen

  • Der von der Stillenden konsumierte Alkohol ist in der Muttermilch in gleicher Konzentration vorhanden wie im Blut
  • Alkohol wird von einem Baby langsamer abgebaut als von Erwachsenen
  • Verschiedene schädliche Einflüsse auf Neugeborene
    • Veränderungen der Schlaf- und Wachphasen
    • Veränderungen der motorischen Entwicklung
    • Weniger gute Aufnahme der Milch

Empfehlungen

  • Alkoholkonsum ist während der Stillperiode zu vermeiden
  • Wenn die Mutter gelegentlich ein Glas Alkohol trinken möchte, tut sie dies am besten gleich nach dem Stillen, damit Alkohol nachher abgebaut werden kann
  • Beim Konsum von einem Standardgetränk Alkohol bis zum nächsten Stillen mindestens zwei Stunden warten 
    Bei zwei Gläsern mindestens 4 Stunden abwarten

Im Allgemeinen überwiegen für einen Säugling die Vorteile des Stillens. Wenn die Mutter aber viel konsumiert, sollte die Situation nochmals evaluiert werden.

 

Impressum

Früherkennung/Frühintervention in der Schwangerschaft

Die Gesamtheit der Störungen, die durch eine fetale Alkoholexposition entstehen, sind in den meisten Fällen vermeidbar. Angesichts der Tatsache, dass das FAS irreversibel ist und es keine heilende Behandlung gibt, ist die Prävention ausgesprochen wichtig.

Sensibilisierung

  • Informationen sollten so früh wie möglich zusammen mit anderen Gesundheits- und Lifestylethemen systematisch alle potenziellen Mütter und Väter erreichen
  • Allerdings löst das Thema Alkohol in der Schwangerschaft bei Frauen oder Fachpersonen Zurückhaltung aus: Gesprächsbarrieren müssen überwunden werden
  • Alle Fachpersonen in der Gesundheitsversorgung können für die Sensibilisierung und Früherkennung eine wichtige Rolle spielen Ziele müssen sein
    • Fötale Alkoholexposition zu verhindern
    • Risiken zu vermindern, falls Schwangere weiter konsumieren
    • Neugeborenen so früh wie möglich adäquate Unterstützung zu geben
    • Für Betroffene bereits im Kindes- und Jugendalter eine Behandlung und Begleitung zu initiieren

Motivierende Gesprächsführung

Fragebogen und Instrumente

  • Es gibt standardisierte Fragebogen, die helfen einen Alkoholkonsum einzuschätzen. Einige wurden speziell zum Einsatz bei schwangeren Frauen entwickelt

Interventionsbeispiele

  • Die folgenden Gesprächstechniken dienen dazu, bei den Frauen Aufmerksamkeit und Interesse zu generieren, was empfohlene und nicht empfohlene Verhaltensweisen angeht

 

Impressum