Appetitzügler

  • Übergewicht ist ein sehr häufiges Gesundheitsproblem, verursacht durch eine zu hohe Energieaufnahme im Vergleich zum Energiebedarf.
  • Appetitzügler versprechen eine rasche Abhilfe, bieten aber nur eine kurzfristige Lösung und lassen das Gewicht nach Absetzen des Medikaments oft umso stärker in die Höhe schiessen.
  • Ein eigentliches Abhängigkeitspotential besteht nicht.
  • Liraglutid (Saxenda®) wurde in der Schweiz 2016 als Medikament zur Gewichtsreduktion zugelassen. Es handelt sich dabei um die höher dosierte Anwendung des seit 2009 zugelassenen Diabetes Medikamentes Victoza®. Liraglutid ist ein Vertreter der GLP-1 Agonisten.
    Die genaue Wirkweise von Saxenda beim Gewichtsverlust ist nicht vollständig erforscht; es scheint jedoch auf die Regionen des Gehirns zu wirken, die den Appetit regulieren, indem es an GLP-1-Rezeptoren in Gehirnzellen bindet und daher das Sättigungsgefühl stimuliert und das Hungergefühl reduziert.
    Saxenda wird als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Ernährung und verstärkter körperlicher Aktivität zur Gewichtsregulierung bei erwachsenen Patienten angewendet mit einem Ausgangs-Body-Mass-Index (BMI) von
    • ≥ 30 kg/m² (adipös) oder
    • ≥ 27 kg/m² falls zusätzliche gewichtsbedingte Begleiterkrankungen (Prädiabetes oder Diabetes mellitus Typ 2, arterielle Hypertonie oder Dyslipidämie) vorliegen.
      Falls die Patienten nach 12-wöchiger Behandlung mit einer Dosis von 3,0 mg/Tag nicht mindestens 5% ihres Körpergewichts verloren haben, ist Saxenda abzusetzen.
  • Orlistat (Xenical®, verschreibungspflichtig) verringert die Fettresorption aus der Nahrung, so dass der Körper weniger Energie bzw. Kalorien aufnimmt. Xenical® beeinflusst nicht den Appetit und ist somit kein Appetitzügler im engeren Sinne.
    • Nebenwirkungen: Bauchschmerzen, Blähungen und weiche Fettstühle sind die Folgen des vielen unverdauten Fetts. Auch werden die fettlöslichen Vitamine A, D und E sowie Kalium nicht mehr so gut vom Körper aufgenommen.
  • Substanzen, die Sibutramin enthalten (z.B. Reductil®) sind seit 2010 wegen gefährlichen Nebenwirkungen nicht mehr zugelassen. Wiederholt wurde diese Substanz seither alleine oder in Kombination mit anderen Appetitzüglern in im Internet angebotenen und illegal importieren Heilmitteln nachgewiesen.
  • Der Verkauf von Rimonabant (Acomplia®), einem Rezeptor-Blocker im Endocannabinoid-System (Rezeptor CBI), der für die Regulierung von Hunger und Stoffwechsel eine wichtige Rolle spielt, wurde am 28.Oktober 2008 in der Schweiz wegen Auftreten von Depressionen eingestellt.
  • Ausserdem gibt es noch eine Reihe frei verkäuflicher Appetitzügler, für die kein Rezept benötigt wird. Dazu zählen vor allem Quellstoffe, etwa Cellulose oder Kollagen, die den Magen stark aufdehnen und auf diese Weise ein Sättigungsgefühl hervorrufen.


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